Unser Wald
Natura 2000: Der Managementplan

Vegetation am Hang

Hirschzungenfarn im Hang- und Schluchtwald

Für jedes der 746 Natura 2000-Gebiete in Bayern wird ein Managementplan erstellt.

Im Managementplan werden das Vorkommen sowie der Zustand der im jeweiligen Gebiet bedeutsamen Lebensräume und Arten festgestellt. Notwendige Maßnahmen werden vorgeschlagen, die für die Bewahrung oder gegebenenfalls Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustands erforderlich sind.

Wer ist für die Managementplanung zuständig?

Schützenswerte Waldlebensräume und Arten, die im Wald vorkommen, werden von der Forstverwaltung kartiert. Im Regierungsbezirk der Oberpfalz führt diese Arbeiten das Regionale Kartierteam durch, das seinen Sitz am AELF Amberg hat.
Bedeutsame Lebensräume und Arten des Offenlandes werden von der Naturschutzverwaltung beplant. Für diese Arbeiten werden i.d.R. Planungsbüros beauftragt.

Ablauf der Planung und deren Umsetzung

Bevor die Arbeit im Gelände beginnt, werden die beteiligten Grundeigentümer, die Kommunen und alle interessierten Verbände und Vereine bei einer Auftaktveranstaltung über Natura 2000 und den Beginn der Managementplanung für das jeweilige Gebiet informiert.
Bereits der Entwurf des Managementplanes wird an einem sog. „Runden Tisch“ vorgestellt und mit den Beteiligten diskutiert. Dieser Prozess soll gerade für die Grundeigentümer so transparent wie möglich gestaltet werden.
Für die Umsetzung von Maßnahmen im Wald ist die Forstverwaltung verantwortlich, im Offenland die jeweilige Naturschutzbehörde.

Wie verbindlich ist der Managementplan für die Grundbesitzer?

Rein rechtlich ist der Managementplan nur behördenverbindlich, das heisst er hat keine rechtlichen Auswirkungen auf die einzelnen Grundbesitzer. Er enthält vielmehr einen Auftrag an die staatlichen Behörden, dafür zu sorgen, dass der günstige Erhaltungszustand der schützenswerten Lebensräume und Arten bewahrt und wo nötig wiederhergestellt wird.
Die dafür notwendigen Maßnahmen werden vom Managementplan beschrieben. Stellt sich im Laufe der Zeit heraus, dass die Erhaltungsmaßnahmen nicht ausreichen, müssen die zuständigen Behörden über weitergehende Maßnahmen nachdenken, gegebenenfalls auch über zusätzliche Schutzmechanismen, z.B. die Einrichtung von Schutzgebieten.
Tatsächlich wirkt sich der Managementplan auch auf die Grundbesitzer und sonstigen Nutzer aus, weil er durch die Kartierung und Bewertung der Lebensraumtypen und Arten „die Messlatte legt“, an der sich das für jedermann geltende gesetzliche Verschlechterungsverbot orientiert. Befindet sich z.B. eine Tierart in einem Gebiet in einem schlechten Erhaltungszustand, werden Maßnahmen, die zu einer weiteren Verschlechterung führen können, kritischer zu prüfen sein, als in einem Gebiet mit gutem oder gar hervorragendem Zustand.
Umgekehrt gibt er aber auch wertvolle Orientierung, wo welche Bewirtschaftungsmaßnahmen vollkommen unproblematisch oder sogar sehr erwünscht und hilfreich sind.