Pressemitteilung vom 23. Februar 2021
Beginn der Außenaufnahmen zum Forstlichen Gutachten im Landkreis Regensburg

Am 23. Februar informierten sich Vertreter der Waldbesitzer, der Jagdgenossenschaften, des Bezirksjagdverbandes und der Unteren Jagdbehörde informieren sich bei dem Pressetermin am über die beginnende Verjüngungsinventur zum Forstlichen Gutachten.

Startschuss für die Verjüngungsinventur 2021

Als Vorbereitung für den dreijährigen Abschussplan für Rehwild für die Jahre 2022 bis 2025 werden heuer in den 15 Hegegemeinschaften in Stadt und Landkreis Regensburg wieder rund 40 Tsd. junge Bäumchen auf Verbiss durch Rehwild untersucht. Über zehn Förster und Försterinnen sind dazu in den nächsten Wochen bis zum Laubautrieb unterwegs.

Gemeinsam einen Abschussplan aufstellen

Die Vereinigungen der Waldbesitzer und der Jäger und die Untere Jagdbehörde am Landratsamt Regensburg haben auf einem gemeinsamen Pressetermin ihre Unterstützung bekräftigt. Sie begrüßen die Verjüngungsinventur als solide Grundlage für das Forstliche Gutachten. Das Gutachten ist eine gute Basis, damit die Jagdgenossenschaften als örtlicher Zusammenschluss der Grundeigentümer und die Jagdberechtigten einen passenden Abschussplan aufstellen können.

Der Wald und seine Bedeutung für die Region Regensburg

Die rd. 48.500 ha Wald haben im Landkreis Regensburg eine große Bedeutung. Sie dienen dem Schutz von Boden und Wasser, sind der Lebensraum für heimische Tiere und Pflanzen, werden von den Bürgern gerne zur Erholung besucht und liefern nicht zu Letzt den nachwachsenden Rohstoff Holz. Dabei binden sie jedes Jahr über 200 Tsd. t CO2 und wirken so dem Klimawandel entgegen. Außerdem erbringen sie für die rd. 7000 Waldbesitzer Erträge, mit denen sie ihre Wälder weiter erhalten und pflegen können. Damit die Wälder ihre vielfältigen Aufgaben auch künftig erfüllen können braucht es artenreiche Mischbestände aus Bäumen, die zum Standort passen und auch mit den Klimaveränderungen der nächsten Jahrzehnte zu Recht kommen.

Angepasste Rehwildbestände

Diese klimastabilen Mischbestände können nur nachwachsen, wenn die Baumarten erfolgreich aufwachsen, ohne dass sie vom Schalenwild übermäßig verbissen werden. Wiederkäuendes Schalenwild – im Landkreis Regensburg nur Rehwild – gehört zum Wald und junge Waldbäume sind ein wesentlicher Teil der natürlichen Nahrung. Bei zu hohem Wildbestand aber werden jedoch die jungen Bäume so stark verbissen, dass sie nicht erfolgreich aufwachsen, oder in der Konkurrenz zu weniger stark verbissenen Baumarten zurückfallen. Dann drohen z. B. fichtenreiche Folgebestände, denen der Klimawandel in den nächsten Jahrzehnten sehr zu schaffen machen wird, oder gar Bestandslücken. In solchen Situationen müssen dann die meist privaten Waldbesitzer teure Schutzmaßnahmen ergreifen oder – beim Ausbleiben der Naturverjüngung – junge Bäume pflanzen, um einen Nachfolgebestand heranzuziehen, der viele Funktionen gleichzeitig erfüllen kann.

Das Forstliche Gutachten als Vorbereitung für den Abschussplan

Daher müssen die Wildbestände in unserer Kulturlandschaft über die Jagd reguliert werden. Eine Jagd, die für eine gemischte erfolgreiche Waldverjüngung sorgt, leistet so einen wichtigen Beitrag, dass die Wälder auch in Zukunft ihre Funktionen erfüllen können und unterstützt die Waldbesitzer bei der Pflege ihres Waldes. Für Rehwild werden dazu jeweils drei Jahre umfassenden Abschusspläne gefertigt. Im Vorfeld der nächsten Planungsperioden für die Jahre von 2022-2025 erarbeiten die Forstbehörden ein „Forstliches Gutachten“ das wiedergibt, ob sich die Waldbäume erfolgreich verjüngen können. Als Informationsbasis dient dazu die Aufnahme von jungen Waldbäumen. An 30 bis 40 Verjüngungsflächen in einer Hegegemeinschaft – diese umfasst meist das Gebiet von zwei bis drei Gemeinden – werden jeweils 75 junge Bäumchen nach einem klaren Verfahren ausgewählt und auf ihren Zustand hin untersucht. Über zehn Förster des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sind dazu in den nächsten Wochen vor dem Laubaustrieb in den Wäldern von Stadt und Landkreis Regensburg unterwegs, um rund 40 Tsd. junge Bäume nach Baumart, Wuchshöhe und evtl. Verbiss hin aufzunehmen.

Einstufung der Verbissbelastung

Das Ergebnis ist eine solide Datenbasis zum Zustand der Waldverjüngung. Zusammen mit anderen Informationen lässt dies eine Aussage zu, ob die Verbissbelastung in einer Hegegemeinschaft „günstig“, „tragbar“, „zu hoch“ oder „deutlich zu hoch“ ist. Mit diesen Informationen können die Beteiligten, das sind die Jagdgenossenschaften als Vertreter der Grundstückseigentümer und der verantwortliche Jäger passende Abschusspläne erarbeiten, die das Ziel einer zukunftsfähigen Waldverjüngung berücksichtigen. Beim letzten Forstlichen Gutachten im Jahr 2018 war die Verbissbelastung in sieben von 15 Hegegemeinschaften „tragbar“ und in den übrigen „zu hoch“ oder „deutlich zu hoch“.

Details zum Verfahren

Möglichkeit sich zu äußern
Im Sommer nach der Auswertung der Inventur erhalten die Jagdgenossenschaften und die Revierinhaber die zahlenmäßigen Ergebnisse und können sich vor der Fertigung der Gutachten dazu äußern.
Ergänzende revierweise Aussagen

Die rund 30 bis 40 Punkte der Verjüngungsinventur geben ein gutes Bild für die Situation in der Hegegemeinschaft. Davon entfallen auf ein Jagdrevier allenfalls einzelne Punkte. Diese lassen meist keine abschließende Aussage für ein einzelnes Revier zu. Daher sind die „Ergänzenden revierweisen Aussagen“ ein weiteres Element. Hier wird von unseren Försterinnen und Förstern die Verjüngungssituation in den einzelnen Jagdrevieren anhand der vorgefundenen Verjüngungsflächen begutachtet.

Verfahren bis 2018

Beim vorangegangenen Forstlichen Gutachten im Jahr 2018 wurden diese ergänzenden revierweisen Aussagen gefertigt, wenn beim vorhergehenden Gutachten die Verbissbelastung in der Hegegemeinschaft als „zu hoch“ oder „deutlich zu hoch“ eingestuft wurde oder wenn diese Aussage im Bereich „grüner Hegegemeinschaften“ von einem Beteiligten, das sind die Jagdpächter, Eigenjagdinhaber, die Jagdgenossenschaft oder auch ein einzelner Waldbesitzer, gewünscht wurde.

Verfahren ab 2021

Gegenüber 2018 gibt es dazu folgende mit den Verbänden abgestimmte bayernweite Neuerung: Sollte sich aufgrund der Inventurergebnisse in einer Hegegemeinschaft herausstellen, dass sich die Verbissbelastung in 2021 verschlechtert hat und nun als „zu hoch“ oder „deutlich zu hoch“ einzuwerten ist, werden die „Ergänzenden revierweisen Aussagen“ bereits im Jahr 2021 gefertigt.

Weitere Informationen
Informationen zur gesetzlichen Grundlage, dem genauen Verfahren und den Ergebnissen früherer Forstlicher Gutachten für Bayern finden Sie hier