Unser Wald
Der Wald im Klimawandel

Die Klimaforscher sind sich einig: Die Erde erwärmt sich und schuld daran ist der Mensch. Allein in den letzten hundert Jahren ist die Durchschnittstemperatur in Deutschland um rund 0,6 Grad Celcius gestiegen.

Allgemeine Klimaentwicklung

Zum Vergleich: Der Temperaturunterschied zwischen der letzten Eiszeit vor 15.000 Jahren und der heutigen Warmzeit hat gerade mal vier Grad betragen. Insbesondere seit den achtziger und verstärkt seit den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts sind die Durchschnittstemperaturen enorm gestiegen. In der Zeit von 1998 bis 2005 lagen die fünf wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
Bis zum Jahr 2100 prognostizieren die Klimaforscher je nach Modell eine Erhöhung der Jahresdurchschnittstemperatur um bis zu 5,8 Grad. Im Winter kann es bis zu 3,5 Grad wärmer werden. Die Zahl der Eistage nimmt jetzt schon ab, die der heißen Tage und der Tropennächte steigt an.

Es ist davon auszugehen, dass

  • es in Bayern in den nächsten 100 Jahren mindestens um 2 Grad wärmer wird,
  • sich der Niederschlag etwas verringert (unter 10 Prozent),
  • die Winter wärmer und niederschlagsreicher, die Sommer heißer und trockener werden,
  • Wetterextreme wie Stürme oder Starkregen zunehmen,
  • Dürreperioden häufiger werden,
  • Pflanzenschädlinge wie die Fichtenborkenkäfer zunehmen

Ökologische und wirtschaftliche Auswirkung der Klimaentwicklung auf unsere Wälder

Die Anfälligkeit der Wälder gegenüber dem Klimawandel ist sehr unterschiedlich. Sie hängt neben dem Ausmaß der Einwirkung auch von den Eigenschaften der Baumarten selbst ab. Naturnahe, aus den Baumarten der natürlichen Waldgesellschaft aufgebaute Wälder reagieren völlig anders als gesellschaftsfremde.
Als besonders empfindlich hat sich die in großem Umfang im Tertiärhügelland und auf der Frankenalb flächig angebaute Fichte erwiesen.
Durch die Massenvermehrung der Borkenkäfer, die auf die Erwärmung zurückzuführen ist, ist den Waldbesitzern im Jahr 2006 allein im Landkreis Regensburg ein Schaden von mindestens 1 Million Euro entstanden. Dabei sind nur die Mindererlöse des Borkenkäferholzes berücksichtigt. Andere Mindererlöse wie beispielsweise Hiebsunreife oder Mehrkosten (zum Beispiel bei Kulturen) sind bei dieser Schätzung nicht kalkuliert.
Für alle Baumarten gilt: Je mehr sich durch den Klimawandel die Umrisse des Verbreitungsgebietes ändern und je näher man an die ökologischen Grenzen vorrückt, die durch die Ansprüche der Baumarten an ihren Standort vorgegeben sind, desto größer wird die Anfälligkeit.

Beim Waldumbau: Welche Baumarten?

  • Die Baumart Buche hat in Mitteleuropa ein breites ökologisches Spektrum. Sie ist auch in Klimaten verbreitet, die deutlich wärmer und trockener sind als in unserem Bereich. Sie kommt sogar in Nordspanien und im Norden Griechenlands vor.
  • Deshalb ist davon auszugehen, dass die Buche in dem genannten WARM-TROCKENEN Bereich bei weiterer Erwärmung widerstandsfähiger sein wird und als führende Baumart in der Zukunft besser geeignet ist.
  • Viele Waldbesitzer legen daneben zurecht Wert auf eine Nadelbaumart.
  • Neben der Fichte, die als Mischbaumart noch erhalten bleibt, werden dies vor allem Tanne, Kiefer, Lärche und Douglasie sein.
Bei der Baumartenwahl aber gilt:
Mit der Baumartenwahl wird eine Entscheidung für die nächsten 100 bis 200 Jahre getroffen. Sie ist deshalb sorgfältig abzuwägen. Örtliche Besonderheiten wie Kleinstandort und Ausgangslage sind zu berücksichtigen.

Kostenlose Beratung durch die Forstdienststellen des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regensburg.