Holz
Kurzumtriebsplantagen

Hackschnitzel
In den letzten Jahren ist die Sorge um eine dauerhafte und nachhaltige Wärmeversorgung im ländlichen Raum gestiegen. Betreiber von Hackschnitzelheizungen befürchteten Versorgungslücken des begehrten Rohstoffs. Im Landkreis Regensburg finden daher die sogenannten Kurzumtriebsplantagen immer größeren Zulauf.

Was ist eine Kurzumtriebsplantage (abgekürzt: KUP)?

Eine KUP ist eine Anpflanzung aus schnellwachsenden Baumarten, meist aus Stecklingen von Pappelklonen, die auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht werden und der Erzeugung von Hackschnitzeln dienen. Nach dem Prinzip: 'einmal pflanzen, mehrmals ernten' kann man über einen Zeitraum von circa 30 Jahren die Flächen alle drei bis sechs Jahre nutzen. Die Holzmenge, die pro Hektar in einem Jahr heranwächst, entspricht 5.000 bis 6.000 Liter Heizöl.
KUPs sind rechtlich kein Wald, sondern bleiben landwirtschaftliche Nutzfläche. Eine formale Nutzungsänderung ist daher nicht notwendig.

Was muss bei der Anlage von Kurzumtriebsplantagen beachtet werden?

Bedenkt man, dass die Pappeln einer Kurzumtriebsplantage in nur wenigen Jahren eine Höhe von 10-12 m erreichen, kann es natürlich auch zu einer Beschattung von Nachbargrundstücken kommen. Vor der Anpflanzung müssen zudem auch wasser- und naturschutzfachliche Fragen geklärt werden. Aus diesen Gründen bedarf die Anlage einer KUP nach Art. 16 Abs. 1 BayWaldG der Erlaubnis. Anträge können am Bereich Forsten des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gestellt werden.

Welche Standorte eignen sich?

Besonders wichtig für das Gelingen einer KUP ist eine gute Wasserversorgung und Bodenbelüftung der Pflanzen während der Vegetationsperiode. Trockene und stark staunasse Böden scheiden somit aus. Optimal sind frische bis feuchte sandig-tonige Lehme. Landwirtschaftliche Grenzertragsböden sind in der Regel wegen unbefriedigender Zuwächse nicht geeignet.

Wie werden Kurzumtriebsplantagen geerntet?

Für die Beerntung von KUPs stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Kleinere Flächen werden meist motormanuell beerntet. Das Holz wird anschließend mit dem Frontlader eines landwirtschaftlichen Schleppers oder einem Rückewagen am Feldrand gepoltert. Für eine vollmechanisierte Fällung stehen Fäller-Bündler Aggregate für Harvester zur Verfügung. Für größere Flächen kommen auch Gehölzmähhäcksler in Betracht. Der beste Erntezeitpunkt ist im Winter bei gefrorenem Boden.

Welche ökologischen Auswirkungen haben KUPs?

Untersuchungen der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) haben ergeben, dass auf Kurzumtriebsplantagen bis zu zehn mal mehr Arten als auf angrenzenden Äckern gefunden werden. Ebenso wurde auf Versuchsflächen von KUPs das Sickerwasser untersucht. Nach der Anpflanzung sank die Nitratkonzentration darin deutlich. Positiv ist auch, dass auf solchen Flächen über Jahre praktisch keine Pflanzenschutz- und Düngemittel zum Einsatz kommen. Natürlich sollte beachtet werden, dass es sich bei KUPs um Monokulturen handelt und bei großflächigem Anbau vermehrt Schädlinge zu erwarten sind.

Biomassenutzung - Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft Externer Link

Ansprechpartner

Klaus Gansert
AELF Regensburg
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