Holz
Holzernte: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Harvester im Wald

Harvester-Holzernte: sicher, schnell und kostengünstig

Forstwirtschaftlich gesehen liegen gute, ja vielfach sehr gute Zeiten hinter uns. Das letzte Katastrophenjahr – das Trockenjahr 2003 – ist gut 10 Jahre her.

Kleinere Ereignisse wie der Orkan Kyrill im Januar 2007 oder Sturm Emma im Frühjahr 2008 haben unseren Raum nur teilweise getroffen. Zudem hatten diese Stürme nicht die Dimensionen wie Vivian und Wiebke Jahr 1990 oder Lothar im Jahr 1999. Der Holzmarkt war deshalb nur kurzfristig beziehungsweise in geringem Umfang gestört.
Angesichts dieser vergleichsweise langen, katastrophenarmen Zeit haben wir einen ausgesprochen günstigen Holzmarkt. Die Preise sind insbesondere für die gängigen Nadelhölzer hoch und stabil.
Auch Arbeitskapazitäten sind auf dem Markt verfügbar. Schon diese beiden Parameter sprechen dafür, Holz zu ernten, sei es in Verjüngungs-, in Durchforstungs- bzw. Pflegebeständen.

Und Holz ist in den Wäldern meistens genügend vorhanden.

Im Gegensatz zur Landwirtschaft, in der man den Aufwuchs alljährlich sieht und erlebt, ist der Zuwachs im Wald "unsichtbar". Die meisten Waldbesitzer unterschätzen diesen, viele kennen ihn gar nicht und befürchten oft allein durch die regelmäßige Brennholzentnahme eine Übernutzung.
In unserer Region beträgt in mittelalten Beständen der Zuwachs auf mittleren bis guten Standorten beispielsweise bei Fichte zirka 10 bis 15 Festmeter (fm) je Hektar (ha) und Jahr. Bei der Kiefer beträgt der Zuwachs zirka 7 bis 10 fm je ha und Jahr und bei Buche 7 bis 12 fm je ha und Jahr.
Selbst wenn ein Teil dieses Zuwachses zum Vorratsaufbau im Wald verbleiben soll, müssen in einem 10 Jahreszeitraum angesichts dieses Zuwachses mindestens 1 bis 2 LKW-Ladungen je ha (30 fm bis 60 fm) im Rahmen der Durchforstung entnommen werden.
Tut man das nicht, verliert der Bestand an Qualität und Stabilität (viele lange dünne Bäume mit kleiner Krone).
Die Folge ist: Beim nächsten Sturmereignis ist man mit einer hohen Wahrscheinlichkeit mit einer erheblichen Holzmenge betroffen, die wegen des hohen Schadanteiles (Splitter- und Bruchholz) und dann gestörter Marktverhältnisse zu billigen Preisen abgegeben werden muss.

Aber auch aus anderen Gründen ist regelmäßige Holznutzung angesagt.

Der Weltklimarat hat vor kurzem erst wieder auf den Klimawandel, der wahrscheinlich noch früher und stärker kommen wird, hingewiesen. Für unsere Region heißt das: Wir werden künftig deutlich weniger Fichte haben.
Wir müssen also andere Baumarten (das sind unter anderem Buche, Tanne, Douglasie, Eiche, Kiefer, Lärche) in unseren Beständen fördern beziehungsweise verjüngen.
Das erreicht man nur, wenn man im Rahmen der Durchforstung die genannten Mischbaumarten durch Entnahme von Konkurrenten fördert oder durch Auf- oder Nachlichtung eines Altbestandes ein Aufwachsen von Verjüngung ermöglicht.
Vielfach sind in unseren Beständen Mischbaumarten vorhanden, sodass die kostengünstigste Lösung, nämlich die Naturverjüngung zumindest auf Teilflächen möglich ist. Die teure und arbeitswendige Pflanzung beschränkt sich dann auf kleinere Flächen.
Für viele dieser forstlichen Maßnahmen gibt es unter bestimmten Voraussetzungen sogar noch finanzielle staatliche Förderungen, z.B. Naturverjüngung (z.B. 1000 Euro je Hektar gesicherter Verjüngung mit 30 % Laubholzanteil), Pflege, Durchforstung oder Pflanzung.
Übrigens: Falls man zu lange wartet und der Bestand "Opfer" einer Kalamität wird, muss man in der Regel auf ganzer Fläche pflanzen, und das unter sehr schwierigen Bedingungen. Denn auf Kahlflächen sind meist mehrjährige Unkraut- und Mäusebekämpfungen sowie Schutzmaßnahmen gegen Wildverbiss notwendig.
Oft werden als Einwand gegen eine Hiebsmaßnahme bzw. Holzernte finanzielle Überlegungen genannt (man braucht kein Geld, es gibt derzeit kaum Zinsen, steuerliche Abzüge sind zu hoch etc.). Meist werden diese Gesichtspunkte (insbesondere die steuerlichen Fragen) ohnehin zu hoch bewertet. Entscheidend aber wäre, dass diese Kriterien mit den oben genannten forstlichen Risiken abgewogen werden. Nach hiesiger Auffassung findet dies eher selten statt. Zu diesem Urteil kommt man, weil man doch vielfach zu dichte, instabile Bestände beobachten muss.

Aus fachlicher Sicht ist aktuell jedem Waldbesitzer zu raten, ernsthaft möglichst bald eine Holzerntemaßnahme zu prüfen.

Dabei stehen Ihnen staatlichen Revierleiter mit kostenloser Beratung in Ihrem Wald zur Verfügung. Die Waldbesitzervereinigungen unterstützen Sie bei der Durchführung aller Forstbetriebsarbeiten, insbesondere natürlich auch bei der Holzernte. In Ihrer Region finden Sie eine Anzahl weiterer Anbieter und forstlicher Dienstleister, die Sie bei der Durchführung unterstützen.

Ansprechpartner

Cornelius Bugl
AELF Regensburg
Forststraße 4
93188 Pielenhofen
Telefon: 0941 2083-2014
Fax: 0941 2083-2099
E-Mail: poststelle@aelf-re.bayern.de