Coaching Schulverpflegung

Mädchen mit Apfel in der Hand unterhält sich mit anderem Mädchen am Essenstisch.

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Das Coaching unterstützt Schulen dabei, ihre Mittagsverpflegung gesund und qualitätsbewusst zu gestalten.

Was und wie Kinder und Jugendliche essen und trinken, beeinflusst ihre Gesundheit, ihr Wohlbefinden und Ernährungsverhalten. Die Schulverpflegung leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Sie kann Vorbild für eine gesunde Ernährung sein, die gut schmeckt, nachhaltig und ökonomisch ist. Immer mehr Schulen wollen ihr Mittagessen entsprechend gestalten. Die Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Oberpfalz unterstützt sie dabei mit dem Coaching Schulverpflegung.

Neue Coaching-Runde – bis 16. Oktober 2020 bewerben

Schulen können sich bis 16. Oktober 2020 für eine Teilnahme am Coaching Schulverpflegung im Schuljahr 2020/21 bewerben.
Aus allen Bewerbungen werden bayernweit 40 Schulen ausgewählt, die ab Januar 2021 bis Juli 2021 von der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung fachlich unterstützt und begleitet werden.
Die Teilnahme am Coaching Schulverpflegung wird vom Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten finanziert und ist somit für alle Schulen kostenfrei.

Voraussetzungen

Mitmachen kann jede Schule, die

  • ihren Sitz in Bayern hat
  • mindestens vier Tage in der Woche eine warme Mittagsverpflegung anbietet
  • einen Verpflegungsbeauftragten* als Ansprechpartner für den Schulverpflegungs-Coach stellt
  • ein Essensgremium** installiert, bestehend aus mindestens einem Vertreter der Schulleitung, dem Verpflegungsbeauftragten, einem Elternvertreter und dem Speisenanbieter
  • bereit ist, sich selbst aktiv in den Coaching-Prozess einzubringen und Veränderungen zu bewirken
*Verpflegungsbeauftragter: Wichtig ist es, innerhalb des pädagogischen Teams einen Verpflegungsbeauftragten zu benennen, der die Treffen des Essensgremiums organisiert und koordiniert. Er ist erster Ansprechpartner rund um das Thema Verpflegung. Der Verpflegungsbeauftragte bündelt alle Anliegen rund um den Speiseplan und bringt sie im Essensgremium ein.
**Essensgremium: Die individuellen Unterschiede und Rahmenbedingungen, die in den Kitas und Schulen vorliegen, erfordern ein systematisches Vorgehen und das Einbeziehen aller Beteiligten in einem Essensgremium. Mitglieder sind Leitung, Verpflegungsbeauftragter, Speisenanbieter bzw. Küchenteam, Elternvertreter, ggf. Schülervertreter und Träger. Gemeinsam legen Sie die Ausrichtung der Verpflegung fest. Sie treffen sich in regelmäßigen Besprechungen rund um das Thema Verpflegung.

Hinweise zum Coaching-Prozess

Grundlage
Die fachliche Grundlage des Coaching-Prozesses sind die Bayerischen Leitlinien Schulverpflegung.

Eine Checkliste definiert die Handlungsfelder:

  • Organisation/Rahmenbedingungen
  • Gesundheit/Speisenangebot
  • Wertschätzung/Kommunikation
  • Nachhaltigkeit/Lebensmittelqualität
  • Ökonomie/Kostentransparenz
Ablauf
Zu Coaching-Beginn erfolgt eine Bestandsaufnahme auf Basis der Checkliste.
Außerdem analysiert die Schule ihren Speiseplan mithilfe des Speiseplan-Checks Kita- und Schulverpflegung.
Mit Unterstützung des Coaches formuliert das Essensgremium individuelle Ziele zur Verbesserung des Mittagsverpflegungsangebots, wobei die Optimierung des Speiseplans gemäß des DGE Qualitätsstandards für die Schulverpflegung verpflichtender Bestandteil ist. In Anlehnung an die Vorgaben für die DGE-Zertifizierung ist es das Ziel, dass die Speisepläne am Ende des Coaching-Jahres mindestens 60 % der Kriterien des Speiseplan-Checks erfüllen. Außerdem muss im Laufe des Coaching-Prozesses, falls noch nicht vorhanden, ein Verpflegungsleitbild erarbeitet werden.
Mit den formulierten Zielen sollen in der Schule messbare Veränderungen im Hinblick auf das Mittagsverpflegungsangebot angestrebt werden. Um die formulierten Ziele zu erreichen, erarbeitet das Essensgremium gemeinsam mit dem Coach ein individuelles Lösungskonzept.

Bewerbung

Bitte reichen Sie folgende Bewerbungsunterlagen ein:

  • individuelles Bewerbungsanschreiben, in dem Sie schildern, welche Verbesserungen Sie bei Ihrer Mittagsverpflegung mit dem Coaching erreichen wollen und wo Sie konkreten Unterstützungsbedarf durch den Coach sehen
  • einen vierwöchigen Speiseplan Ihrer Schule
  • die Kopie des Verpflegungsleitbilds oder Verpflegungskonzepts (falls vorhanden)
Bewerbungsbogen
Bitte stellen Sie sicher, dass der Träger, die Schulleitung, der Verpflegungsbeauftragte und der Speisenanbieter die Bewerbung unterstützen und lassen Sie die Bewerbung von allen unterschreiben.

Feierlicher Abschluss

Beste Noten für das Engagement der Schulen

Bayernweit haben 38 Kitas und 41 Schulen in diesem Schuljahr mit der Unterstützung von Ernährungsexperten ihre Verpflegung auf den Prüfstand gestellt und verbessert. In der Oberpfalz nahmen 7 Schulen und 3 Kitas am Coaching-Programm teil. Ernährungsministerin Michaela Kaniber überreichte den Teilnehmern im Juli 2019 in München ihre Urkunden. "Damit stellen wir Ihrem Engagement beste Noten aus: Sie haben es gemeinsam geschafft, die Verpflegung Ihrer Kinder gesünder, regionaler und nachhaltiger zu machen", sagte die Ministerin. Die Bedeutung nachhaltiger und regionaler Ernährung sei nicht nur ein wichtiger Bildungsauftrag, so Kaniber: "Die Kinder sollen das auch jeden Tag bei ihren Mahlzeiten in der Kita und in der Schule erleben und schmecken."
Viele Prozesse angestoßen
In allen Einrichtungen konnten die Speisepläne nach den Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung optimiert werden. Den Kindern das Essen in einer angenehmen Atmosphäre zu ermöglichen, war ein weiteres Thema. So wurden z. B. Mensa- und Speiseräume umgestaltet, Tische liebevoll dekoriert und Getränkebehälter umpositioniert. Auch Maßnahmen zur Regulation der Lautstärke zeigten schon bald Erfolge. Zudem vermittelte das Coaching Informationen zu mehr Nachhaltigkeit. In P-Seminaren in Schulen wurden beispielsweise Herkunftswege von Lebensmittel untersucht.

Rückblick Schuljahr 2018/2019

Grundschule Königswiesen, Regensburg

Grundschule Königswiesen, Regensburg
Die Grundschule Königswiesen besuchen aktuell 301 Schülerinnen und Schüler, davon 164 mit Migrationshintergrund aus 25 Herkunftsländer mit verschiedene Muttersprachen. Auf Grund der Sanierung und der Erweiterung des Schulgebäudes in der Klenzestraße 31 befinden sich seit dem Schuljahr 2018/19 sämtliche Räumlichkeiten der Grundschule Königswiesen samt Mittagsbetreuung im anschließenden Gebäude des ehemaligen Von-Müller-Gymnasiums. Zwei Klassenräume und die Räume der Mittagsbetreuung befinden sich im gegenüberliegenden Gebäude in Modulbauweise.

Besonderheiten der Grundschule Königswiesen:

  • Vier gebundene Ganztagsklassen
  • Intensiv-Hausaufgabenbetreuung bis 16 Uhr in 3 Gruppen zu je 8 Schülern
  • Mittagsbetreuung bis 14 Uhr (Mittagessen möglich), Verlängerte Mittagsbetreuung bis 15.30 Uhr (Mittagessen)
  • Offenes Frühstücksangebot vor dem Unterricht
  • Teilnahme am EU-Schulprogramm – Obst, Gemüse, Milchprodukte
Herausforderungen und Lösungswege
Die Grundschule Königswiesen in Regensburg bietet ihren Schülerinnen und Schülern Betreuungsmöglichkeiten mit unterschiedlichen Mittagsangeboten. Ein Großteil der Kinder wird mit einem warmen Mittagsmenü aus der Schulmensa versorgt. 24 Kinder aus der intensiven Hausaufgabenbetreuung der EJSA müssen sich jedoch selbst verpflegen. Hier gilt es nun eine Lösung zu finden. Die Kinder könnten von der Schulmensa in ihren jetzigen Räumen mitversorgt werden. Eine Elternbefragung wurde im Rahmen des Coachings bereits durchgeführt. Über anfallende Kostenübernahmen muss im Einzelnen entschieden werden. Die Lautstärke soll durch eine Neuanordnung der Tische reduziert werden. Essensmarken bieten Lehrkräften ab dem neuen Jahr die Möglichkeit unkompliziert das Mensaangebot zu nutzen.
Ergebnisse
Hinweise zum wechselnden täglichen Obst- und Salatangebot wurden auf dem Speiseplan ergänzt und sind so für alle ersichtlich.
In der Mensa ist eine geänderte Sitzordnung in der Testphase. Eine Wunschsitzordnung geht an die Architekten der neuen Mensa, mit der Hoffnung auf Berücksichtigung.
Für die der EJsa Kinder besteht die Möglichkleit für ein einwöchiges Probeessen in der Woche nach den Pfingstferien.
Die Lehrkräfte nehmen sporadisch am Mittagessen teil.

Johann-Andreas-Schmeller Gymnasium, Nabburg

Johann-Andreas-Schmeller Gymnasium, Nabburg
Das Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasium besuchen aktuell 716 Schülerinnen und Schüler. 38 der Jahrgangsstufen 5 bis 8 nehmen derzeit das Angebot der Offenen Ganztagesschule (OGS) wahr. Die Schulmensa versorgt von Montag bis Donnerstag hauptsächlich die Schülerinnen und Schüler der OGS und der benachbarten Realschule.

www.jas-gymnasium.de Externer Link

Herausforderungen und Lösungswege

  • Aktuell herrscht eine ungünstige Arbeitssituation für die Speisenzubereitung, da in der Zubereitungsküche das Platzangebot sehr beengt ist und dadurch die Arbeitsabläufe behindert werden. Ein Küchenumbau wäre geplant, kann allerdings erst in 3 bis 4 Jahren umgesetzt werden, nachdem der SVE (Schulvorbereitende Einrichtung) aus den jetzigen Räumlichkeiten ausgezogen ist.
  • Das Sitzplatzangebot in der Mensa ist zu gering, es müssen gleichzeitig auch mehrere Schultypen und Altersgruppen versorgt werden.
  • Der Verpackungsmüll für das Essen zum Mitnehmen belastet die Aufenthaltsbereiche im Gymnasium, bei stetig steigender Zahl an Essensteilnehmern. Mittelfristig bzw. bis zum Schuljahresende werden Trinkflaschen und wiederverwendbare Essensboxen für die Mittagsverpflegung angeschafft.
  • Wichtig für Schulleitung und Mensa-Team ist eine Steigerung der Wahrnehmung und Wertschätzung der frischen Essenszubereitung vor Ort. Akzeptanz und Wertschätzung der Mittagsverpflegung wurden nach den Weihnachtsferien mit einer Fragebogen-Aktion erfasst. Der Mensa-Träger übernimmt Fragebogen-Aktion und Auswertung. Das Gymnasium richtet im 2. Schulhalbjahr ein P-Seminar zu Herkunftswegen und der Wertschätzung von Lebensmitteln ein.
  • Das Gymnasium Nabburg ist auch als Umweltschule ausgezeichnet und gerade für diesen Schwerpunkt ergaben sich im Coaching-Prozess wichtige Weichenstellungen.
    Das harmonische Miteinander im Essensgremium, kurze Kommunikationswege und zügiges Handeln haben sehr positiv für den Coaching-Prozess gewirkt und die Umsetzung oft sogar beflügelt.

Ergebnisse

  • Mit einer veränderten Tisch- und Sitzordnung in der Mensa sowie zusätzlichen Tischen und Stühlen konnten 16 weitere Sitzplätze geschaffen werden. Diese Umgestaltung kommt bei den Schülern sehr gut an, eine Kleingruppenbildung ist möglich. Optisch wirkt die Mensa nun größer und es gibt mehr Laufflächen. Mit einer installierten Lärmampel wird die Lautstärke verdeutlicht und besser reguliert.
  • Grundsätzlich soll das Mittagessen als ToGo-Variante für das Gymnasium erhalten bleiben; allerdings konnten im Coachingverlauf durch Maßnahmen, wie Papiertüten statt Essensboxen, Waffelbecher und Mehrwegbehälter, die Einwegverpackungen um 50% verringert werden. Dies bedeutet eine deutliche Kosteneinsparung für den Caterer und viel weniger Müll auf dem Schulgelände.
  • Zur Thematik Akzeptanz und Wertschätzung der Mittagsverpflegung führte der Schülervertreter aus dem Essensgremium eine Schülerumfrage durch; in Eigeninitiative entwickelte er den Test-Fragebogen, interviewte eine Woche lang seine Mitschüler und erstellte eine Ergebnisübersicht. Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge gab er zügig an die Mensaleitung weiter, die dann entsprechend auch schnell umgesetzt werden konnten.

Stimmen zum Coaching

  • Schülerin Anna 6. Klasse: "Das Essen schmeckt jeden Tag sehr lecker und heute gibt’s Mädels-Nachspeise (= Vanillepudding mit roter Beeren-Soße)."
  • Mensa-Leitung: "Durch das Coaching und das gemeinsame Essensgremium fühle ich mich jetzt richtig als Teil der Schulfamilie!"

Sonderpädagogisches Förderzentrum, Hemau

Sonderpädagogisches Förderzentrum Hemau
Das SFZ Hemau besuchen derzeit 88 Schülerinnen und Schüler. Es gibt drei Gebundene Ganztagsklassen und eine Offene Ganztagsschule. Das Mittagessen wird klassenweise von 12:20 bis 13:50 Uhr in zwei kleinen Mensaräumen angeboten. Die Gruppe der Offenen Ganztagsschule isst in einem separaten Raum. Das SFZ legt Wert auf ein familiäres Ambiente und die Tischkultur. Der Klassenlehrer ist neben einer Servicekraft immer beim gemeinschaftlichen Essen dabei. Caterer ist das Seniorenheim der Arbeiterwohlfahrt in Hemau: Er liefert zwei Gerichte aus vorwiegend regionalen Produkten, eines davon ist vegetarisch.

www.sfz-hemau.de/ Externer Link

Den Pausenverkauf um 9:35 Uhr organisieren die Schüler unter Leitung einer Lehrkraft. Im Rahmen des EU-Schulprogramms wird einmal pro Schulwoche Obst bzw. Gemüse für alle geliefert.
Der Elternbeirat bietet außerdem saisonal kleine Pausenmahlzeiten, z. B. Suppen, an. Die im Schulgarten angepflanzten Gemüsesorten und Kräuter werden im Hauswirtschafts- oder Klassenunterricht lehrplanbezogen verwertet und verkostet.

Herausforderungen

  • Das Speiseangebot soll für die Schüler aller Altersstufen und deren Eltern transparent und über verschiedene Kommunikationswege offen einsehbar sein.
  • Die Schule möchte eine verbesserte Esskultur mit festen Essregeln und wertschätzendem Umgang mit dem Speisenangebot schaffen.
  • Aufgrund der beengten Raumsituation soll die Organisation der neu eingebauten Verteilerküche im Nebenzimmer der Mensaräume optimiert und unnötige Wege minimiert werden, um eine entspannte Essatmosphäre zu ermöglichen.
  • Die Kinder sollen motiviert werden, auch unbekannte Gerichte zu probieren. Die Akzeptanz des Speisenangebots soll durch altersgerechte Feedback-Aktionen und einer Partizipation an der Speiseplangestaltung gesteigert werden.
  • Der Speisenanbieter möchte seinen Speiseplan noch besser an die Vorgaben der Bayerischen Leitlinien annähern und häufiger vegetarische Speisen oder Fischgerichte integrieren.

Ergebnisse

  • Seit Ende März steht der Wochenspeiseplan auf der Schul-Homepage bereit. Der Wochenspeiseplan wird zusätzlich an die Eltern per Mail versendet.
  • Anfang April konnte die Schule mit einem Ernährungstag, der durch die BayWa-Stiftung unterstützt wurde, das Thema "gesund essen" vertiefen und damit zur Akzeptanz beitragen.
  • Etabliert hat sich ein fleischloser Tag für alle Schüler. Der Gemüse- und Rohkostanteil wurde insbesondere an „Mehlspeisentagen“ deutlich gesteigert.
  • Dank der auf Plakaten visualisierten Essregeln wird eine ruhige Essatmosphäre leichter umsetzbar, im Einsatz der Verteilerküche hat sich aufgrund der Raumsituation eine tischgruppenweise Thekenausgabe bewährt. In wechselnden Tischdiensten sind die Schüler in den Mensabetrieb mit eingebunden.
  • Die Schüler nutzen Wunsch-Boxen zum Feedback. Im aktiven Austausch zwischen Schulleitung, pädagogischem und Ausgabepersonal sowie Speisenanbieter werden Lösungen zur besseren Akzeptanz von Fisch- und Gemüsegerichten erarbeitet.
Zwei Ausdrucke von Speisen auf Teller

Menü-Fotokarten

Zwei gestaltete Kartons

Feedback-Boxen

Robert-Schumann-Gymnasium, Cham

Außenansicht Robert-Schumann-Gymnasium Cham
Robert-Schumann-Gymnasium Cham
Das Robert-Schuman-Gymnasium in Cham besuchen im Schuljahr 2018/19 knapp 700 Schülerinnen und Schüler. Im Rahmen der offenen Ganztagsschule werden nachmittags bis zu 50 Kinder betreut. Von diesen essen etwa 30 täglich in der Mensa zu Mittag. Alle anderen können sich spontan für ein Essen in der Mensa entscheiden und dort zwischen zwei Gerichten und zahlreichen Snacks wählen.

www.rsg-cham.de Externer Link

Herausforderungen

  • Die größte Herausforderung ist, die Mittagspause im Schulgebäude attraktiv zu gestalten, damit die externe Fast-Food-Konkurrenz weniger häufig in Anspruch genommen wird.
  • Die Schulfamilie nimmt das Essensangebot in der Mensa zu wenig wahr. Deshalb werden Maßnahmen entwickelt, um die Akzeptanz des Mensaessens zu steigern.
  • Der Speiseplan soll rhythmisiert und schrittweise nach dem DGE-Qualitätsstandard optimiert werden.
  • Die Verpackung der Snacks, Salatangebote und To-go-Gerichte soll umweltfreundlicher gestaltet werden.

Ergebnisse

  • Zur verbesserten Akzeptanz der Schulmensa wurde eine aufwändige und umfangreiche Befragung aller SuS durchgeführt. Insgesamt waren die Ergebnisse sehr positiv, was das Essensangebot, die Anzahl der Gerichte, die Wohlfühlatmosphäre und die Lautstärke betrifft. Gewünscht wurden z. B. bessere Information über das Essensangebot, mehr vegetarische Gerichte, zusätzliche Thementage oder –wochen.
  • Eine Werbestrategie für das Essensangebot wurde gestartet, indem der Speiseplan in verschiedenen sozialen Medien veröffentlicht wurde, digital auf dem Schulmonitor erschien, an stark frequentierten Bereichen in der Schule und im Lehrerzimmer gut sichtbar ausgehängt wurde.
  • Einwegverpackungen für Snacks und Salate wurden durch Mehrwegverpackungen ersetzt. Eine sinnvolle und finanzierbare Lösung für die to-go-Angebote wurde leider nicht gefunden.
  • Der Sachaufwandsträger genehmigte die Anschaffung einer Salatbar, die bereits vor den Pfingstferien in Betrieb genommen wurde und als absolutes Highlight des Coachingprozesses bezeichnet wird.
  • Im Laufe des Coachingprozesses stellte sich heraus, dass die Mensa zunehmend als Aufenthaltsort der SuS genutzt wird, ohne das Essensangebot wahrzunehmen. Die Pausenhalle wurde umgestaltet, so dass dadurch ein Aufenthaltsort für die SuS geschaffen wurde. In den Sommermonaten wird zusätzlich die vorhandene Terrasse bestuhlt.
  • Der Speiseplan wurde in vielen Punkten optimiert und dem DGE-Qualitätsstandard für Kita- und Schulverpflegung angepasst. Allerdings mus noch an der Akzeptanz der angebotenen Fischgerichte und Speisen auf Vollkornbasis gearbeitet werden.

Jobst-vom-Brandt Grundschule, Waldershof

Logo und Schriftzug "Flexible Grundschule Jobst-vom-Brandt Waldershof"
Jobst-vom-Brandt Grundschule, Waldershof
Die Jobst-vom-Brandt Grundschule besuchen 120 Schüler in sechs jahrgangskombinierten Klassen. Sie bietet in eigenen Räumen ein offenes Ganztagsangebot mit frischer und regionaler Küche an. Falls gewünscht können außerdem alle Schüler täglich in der Schule kostenlos frühstücken.

www.schule-waldershof.de Externer Link

Herausforderungen und Lösungswege

  • Aktuell herrscht eine ungünstige Arbeitssituation für die Speisenzubereitung, da in einer früheren Schullehrküche gekocht wird. Diese Zubereitungsküche nutzen auch diverse externe Institutionen, wie BRK, Stadt Waldershof, Vereine u.a. was zu einer extremen Hygieneproblematik führt. Ein Küchenumbau ist in Planung, kann allerdings erst in 2 bis 3 Jahren umgesetzt werden.
  • Eine weitere Herausforderung ist die weiterhin optimale Mittagsverpflegung zu gleichbleibender Qualität, denn die Zahl der Essensteilnehmer steigt stetig.
  • Wichtig für Schulleitung und Team sind außerdem die Wahrnehmung und Wertschätzung der frischen Essenszubereitung vor Ort. Hier gilt es, die Kommunikation mit Eltern und Sachaufwandsträger zu verbessern. Unter anderem stellte die Köchin bei Klassen-Elternabenden den Speiseplan vor und bot ein ausgewähltes Gericht als Probeessen an.
  • In der Jobst-vom-Brandt-Schule Waldershof wird der Begriff "Schule der kurzen Wege“ gelebt. Ein harmonischer Umgang miteinander, kurze Kommunikationswege und zügiges Handeln in der Schule waren positive Komponenten für den Coaching-Prozess. Von Seiten des Sachaufwandsträgers nahm die Umsetzung einiger vorgesehener Maßnahmen sehr viel Zeit in Anspruch.

Ergebnisse

  • Die Bürgermeisterin der Stadt Waldershof nahm an einem Coaching-Treffen teil und teilte mit, dass der Umbau der Mensa im Budget des nächsten Haushaltsjahres eingeplant ist; die Fremdnutzung durch Vereine und externe Gruppen wird nicht mehr gestattet.
  • Zur Verbesserung der Arbeitsabläufe in der Zubereitungsküche konnte eine Zwischenlösung erreicht werden; die Nutzung eines 2. Herds mit Kochfeld wurde ermöglicht, die Spülsituation verbessert.
  • Ein 4-Wochen-Speiseplan ist eingeführt und gibt Köchin und Eltern größere Planungssicherheit. Die Köchin bezieht die Ausgangsprodukte nun fast ausschließlich aus der Region, der Bio-Anteil konnte auf 50% angehoben werden. Das Speisenangebot ist optimiert und es gibt nahezu keinen Resteanfall. Der Anteil an vegetarischen Gerichten liegt bei ca. 70%. Fischmahlzeiten erwiesen sich als größte Herausforderung: geschickte Kombinationen und Darreichungsformen konnten die Schüler meist überzeugen, auch unbekannte Fischgerichte zu probieren.
  • Wahrnehmung und Wertschätzung der Frischküche vor Ort sind deutlich gestiegen; zukünftig möchten auch die Kinder der sog. Kurzgruppe am Mittagessen teilnehmen. Voraussetzung dafür sind die geplanten Umbaumaßnahmen in der Küche, ein erweitertes Sitzplatzangebot und verbesserte Lager- und Kühlmöglichkeiten.

Stimmen zum Coaching:

  • Paul, 9 Jahre zur Köchin: "Deine Suppe schmeckt leckendär!"
  • Leah, 9 Jahre: "Das Essen schmeckt wie zuhause, es gibt nichts zu verbessern!"
  • Simon, 8 Jahre: "Es ist toll, dass viele Dinge aus dem Garten im Essen eingearbeitet sind."

Maximilian-Grundschule, Maxhütte-Haidhof

Maximilian-Grundschule Maxhütte-Haidhof
Die Maximilian-Grundschule Maxhütte-Haidhof unterrichtet im Schuljahr 2018/19 374 Schülerinnen und Schüler in 17 Klassen. Die 73 Kinder der vier gebundene Ganztagesklassen (eine in jeder Jahrgangsstufe) essen um 12 Uhr und um 12.45 Uhr in einem Nebenraum der Stadthalle Mittag. Caterer ist die Firma Tippmann aus Maxhütte-Haidhof.
Im Gebäudetrakt der Maximilian-Grundschule befinden sich die Mittagsbetreuung und der Hort.

www.gs-maxhuette.de Externer Link

Herausforderungen

  • Die Mensa soll durch kleine Veränderungen zu einem Ort des Wohlfühlens umgestaltet werden.
  • Die Ess- und Trinkkultur soll verbessert werden.
  • Zur Förderung der Ernährungskompetenz werden Maßnahmen entwickelt, um eine wertschätzende Grundhaltung gegenüber Lebensmitteln und deren Zubereitung zu erreichen.
  • Eine altersgemäße Feedbackkultur soll die Akzeptanz des Essensangebots und dessen Qualität fördern.
  • Der Speiseplan erfüllt bereits weitgehend die Anforderungen des DGE-Qualitätsstandards für Schulverpflegung. Trotzdem sind noch Optimierungspotenziale möglich. Zusätzlich wird eine Rhythmisierung des Speiseplans angestrebt.

Ergebnisse

  • Die Esstische wurden vom Ausgabepersonal der Jahreszeit entsprechend gestaltet. Die SuS akzeptieren und wertschätzen diese Maßnahme, indem sie ihre Essensplätze ordentlicher zurücklassen. Farbige Servietten werden, aus Kostengründen, nur zu besonderen Anlässen verwendet.
  • Zur Verbesserung der Ess- und Trinkkultur wurde ein Benimmkurs mit einer externen Trainerin organisiert. Mensaregeln wurden formuliert und auf Tischaufstellern festgehalten. Ein Belohnungssystem mit Smileys, indem die Tischgruppen für gutes Benehmen punkten können, wird in Abständen durchgeführt.
  • Zur verbesserten Akzeptanz des Essensangebots wurde eine Schülerumfrage organisiert. Anhand eines Meinungsbretts können nun die SuS in unregelmäßigen Abständen die angebotenen Speisen bewerten. Die bisherigen Ergebnisse waren durchaus sehr positiv.
  • Der geplante Kochkurs für die Kinder der gebundenen Ganztagsklassen wird gegen Schuljahresende durchgeführt.
    Ernährungsbildende Maßnahmen mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit werden im kommenden Schuljahr für alle SuS organisiert.
  • Der Caterer bemüht sich sehr, einen kindgerechten und schmackhaften Speiseplan zu erstellen, der sich an den Anforderungen des DGE-Qualitätsstandards für Schulverpflegung orientiert. Zukünftig soll weiter an der Optimierung bei Vollkornprodukten, Obst und Gemüse sowie Fleisch- und Wurstgerichten gearbeitet werden. Die Rhythmisierung des Speiseplans ist abgeschlossen. Geplant sind auch, Thementage oder -wochen in den Speiseplan zu integrieren.

St. Nikola Grundschule, Regensburg

Außenansicht Gebäude Grundschule St. Nikola
St. Nikola Grundschule, Regensburg
Die St.-Nikola-Grundschule in der Mitte des Regensburger Stadtteils Reinhausen besuchen rund 160 Kinder. Sie werden in acht Klassen unterrichtet. Die Mittagsbetreuung des Schulvereins mit seinen acht Mitarbeitern ergänzt die Angebote der Schule. Schule ist in St. Nikola die Summe aus Kindern, Eltern, Lehrkräften und Mitarbeiterinnen der Mittagsbetreuung, ergänzt durch das Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher.

Herausforderungen und Lösungswege

  • Aktuell essen 90 Schülerinnen und Schüler in drei Schichten beim Mittagessen in der Mittagsbetreuung. Aufgrund der begrenzten Spülsituation ist die Essensauswahl eingeschränkt. Über verschiedene Maßnahmen wird die Spülkapazität erhöht. Damit kann das Gesamtangebot des Caterers für eine gute, abwechslungsreiche Schulverpflegungen genutzt werden.
  • Die Kinder sollen ein nachhaltiges, regionales Speisenangebot kennenlernen. In einem ersten Schritt sind die Fleischsorten auf dem Speiseplan sowie die vegetarischen Gerichte mit Symbolen gekennzeichnet worden. In einem zweiten Schritt wird eine Landkreiskarte entwickelt, auf der sichtbar ist, welche Lebensmittel woher stammen.
  • Die Mittagsverpflegung ist bereits auf einem guten Niveau. Die Empfehlungen der DGE-Qualitätskriterien für die Schulverpflegung werden in vielen Bereichen umgesetzt. Der tägliche Gemüseanteil, die Anzahl der wöchentlichen, vegetarischen Gerichte und die Auswahl der Fischgerichte sollen weiter optimiert werden. Dazu wird es zweimal in der Woche einen Rohkostteller geben und das süße Hauptgericht nur aller vier Wochen.

Ansprechpartnerin

Christina Apel
AELF Regensburg
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93057 Regensburg
Telefon: 0941 2083-1153
Fax: 0941 2083-1200
E-Mail: poststelle@aelf-re.bayern.de